Projekt -Blog zum neuen "Place To Be" der Internetszene Hamburgs.

Hat die Internet-Insel eine Chance?

Fragezeichen auf schwarzem Grund - Internet-Insel

Vor über einem Jahr hat Benjamin Storm die Idee „Internet-Insel“, ein Campus für Hamburgs digitale Wirtschaft, in die Köpfe der Internetunternehmen gesetzt. Der damalige Eigentümer, die Bonner IVG, wollte die ehemalige Spiegelinsel in einem geheimen Bieterverfahren verkaufen. Storm konnte die HIH Hamburger Immobilienhandlung als interessierten Investor für das Konzept gewinnen. Am Ende hat die Hochtief Solutions AG den Zuschlag bekommen und das Gebäude-Ensemble mit dem Jahreswechsel offiziell übernommen. Bereits im September wurden Gespräche gemeinsam mit der Hochtief Solutions AG und dem Bezirk-Mitte geführt. Letzte Woche erfolgte ein Gespräch mit HOCHTIEF Solutions über einen groben Zeitplan. Das Unternehmen hat seine Bereitschaft signalisiert, mit uns über die Internet-Insel weitere Gespräche zu führen

Wie sieht das grobe Timing aus?
Liegen alle notwendigen Genehmigungen vor, könnte in 2014 mit der Sanierung des ehemaligen IBM-Hochhauses und des ehemaligen Spiegel-Hochhauses begonnen werden. Fertigstellung könnte nach dem aktuellen Planungsstand demnach in 2015 sein.
Die Planungsphase für die weitere Bebauung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da auch hier erst Genehmigungen vorliegen müssen. Erst dann wird das Areal sein neues Gesicht bekommen. Bleibt man realistisch wird sich auf der Spiegel-Insel ein gutes Jahr nichts verändern, bevor 2014 die Bagger anrollen und das Grundstück in der Hamburger Innenstadt für einen längeren Zeitraum in eine Baustelle verwandeln.

Wo werden sich die Mietpreise bewegen?
Seitens HOCHTIEF Solutions ist eine umfassende bauliche Sanierung vorgesehen, bei der u.a. auch die Auflagen des Denkmalschutzes sowie der Hamburger Klimaschutzverordnung eine erhebliche Rolle spielen. Das Unternehmen geht derzeit von einem ortsüblichen Mietpreisniveau aus. Erfahrungsgemäß steht dabei natürlich das Mietniveau in Abhängigkeit der vom Mieter gewünschten Ausstattung, wobei Mieter soweit sich dies technisch umsetzen lässt, die Möglichkeit haben, vielfältige Sonderwünsche zu realisieren.
In den Vorgesprächen mit der HOCHTIEF Solutions hat Benjamin Storm mehrfach erwähnt, dass viele potentielle Mieter auf der Internet-Insel bereits seien auch etwas mehr Miete für einen spannenden Standort und entsprechende Infrastruktur (Kindergarten Cafés, Restaurants, Fitnessstudio, Club, Veranstaltungsräume usw.) zu bezahlen. Unter dem Strich müsse sich jedoch das Preisniveau unterhalb der ortsüblichen Miete halten. Nur so bleibt es für alle Zielgruppen interessant. Mietinteressenten können ihre Preisvorstellungen und Konditionen direkt an Benjamin Storm richten. Interessenten senden einfach eine E-Mail über das Kontaktformular an Benjamin Storm.

Ist das Gesamtkonzept „Internet-Insel“ noch realistisch?
Das Besondere an dem Konzept Internet-Insel ist, dass sowohl große und kleine, als auch Startups und bereits erfolgreiche Unternehmen gemeinsam an einem Standort sind und ein großer Campus mit entsprechender Infrastruktur entsteht. Die Internet-Insel könnte Hamburgs Hotspot für die digitale Wirtschaft sein und entsprechende Anziehungskraft entwickeln. Mit einem ortsüblichen Preisniveau wird man insbesondere die kleinen und jungen Unternehmen nur bedingt anziehen können. Auch ein Coworking Space wird sich eine ortsübliche Miete nur schwer leisten können.
Die Hochtief Solutions AG hat bereits mehrfach betont, dass es auch noch andere Interessenten gebe, die große Flächen anmieten wollen. Ob hier eine gemeinsame Auswahl der interessierten  Mieter für das Konzept „Internet-Insel“ stattfinden wird, blieb offen. Da die Vermietung von Flächen an Internetfirmen in ihrer Gänze noch  nicht abzusehen ist, wird zunächst das IBM-Gebäude in die Idee der Internet-Insel einbezogen.

Was macht die Politik?
Die Bezirksversammlung hat bereits Ende 2011 beschlossen, dass sie sich für die Internet-Insel einsetzen will. Man darf gespannt sein, ob eine gemeinsame Lösung gefunden wird, die die Umsetzung des Gesamtkonzepts ermöglicht.

Ob die Hamburger Internetszene unter der genannten Konstellation noch Interesse hat, wird sich an Hand der Reaktionen auf diesen Text zeigen.
(Anmerkung: Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit der HOCHTIEF Solutions erstellt)

  1. Sarah PustSarah Pust01-31-2013

    Es wird wohl so sein wie bei jeder Marke: Wenn die Internetinsel so spannend und einmalig ist, dass man unbedingt dabei sein will, dann ist jeder Einzelne bereit auch mehr zu zahlen. Aus eigener Erfahrung bei der Suche nach Mit-Mietern habe ich gelernt: 300,- Miete pro Monat für einen Einzelplatz ist für viele Freiberufler die Schallgrenze. Fitnessstudio & Co sind ein guter Anreiz. Aber am Ende muss die Atmosphäre stimmen.
    Wenn also flexible Kreative mit an Bord sein sollen, muss das möglich sein. Vielleicht können Unternehmen Büro-Patenschaften übernehmen um den Spirit zu fördern?

    Dieser Text oben hört sich schon ein bisschen verklausuliert an, wenn die Stimmung vor Ort dann auch so ist, verpufft die Energie sofort. Die Internetinseln lebt von Kollaboration und Austausch.
    Ich finde das Projekt weiterhin äußerst wichtig für Hamburg als Wirtschafts- und Medienstandort. Hamburg braucht eine lebendige, digitalstarke Internetinsel.

  2. AvWAvW01-31-2013

    Ein Drittel der Flaeche sollte unter 16e zu haben sein -muessen ja nicht die obersten Etagen sein – dann sollten sich das Startups leisten koennen wenn der Mieter-Mix und das Rahmenangebot stimmen…

  3. Dirk FreiseDirk Freise01-31-2013

    Wichtiger als die absolute Miethöhe ist die Flexibilität bei der Laufzeit. Gerade Start-ups müssen atmen können, d.h. sich auch kurzfristig vergrößern, aber auch verkleinern können.

  4. HolgerHolger01-31-2013

    Hi Benjamin,

    ich halte die Idee, oder wie es Sarah formulierte, den Spirit für entscheidend. Selbstverständlich hätten wir gerne mit dem cloudsters gerne morgen Teile des Areals bezogen, letztendlich ist es aber die gemeinsame Aktivität, die eine Gemeinschaft zusammen hält.

    Dafür braucht es nicht unbedingt einen Ort, an dem alle rund um die Uhr zusammen sitzen, aber ein Ort an dem man sich jederzeit treffen kann, hilft dem Austausch und einer gemeinsamen Identität ungemein.

    Wir werden mit dem cloudsters zunächst mal eine Übergangslösung/Projektbüro in der Nähe der Schanze beziehen und dann Ende 2013 / Frühjahr 2014 in eine neu erstellte Lokation ziehen. Mit 2.500 qm wird das nicht mit der Internet-Insel vergleichbar sein, dafür wird es aber einen Arbeitsplatz für 99€ brutto geben.

    Weitere Stadtteile und Städte folgen und sind dann von der Community ebenfalls nutzbar. Das Bindeglied ist auf der einen Seite eine virtuelle Arbeitsumgebung, vor allem aber das Arbeiten an gemeinsamen Aufgaben/Challenges egal ob sozialer oder kommerzieller Prägung.

    hg, Holger

  5. TobiasTobias01-31-2013

    Ich finde das Konzept nach wie vor gut und unterstützenswert. Solang e sich Startups dann wirklich die Mieten noch leisten können.

  6. Ich finde Kita, Fitness-Center & Co. kaum relevant. Wie betreiben selber zwei Gemeinschaftsbüro Flächen in Kiel & HH mit insgesamt 60 Schreibtischen und aus Erfahrung zählen die folgende Dinge wirklich:

    – Mietpreis (max 250€ pro Schreibtisch // max 11-12€ kalt pro m²)
    – nettes Flair des Büros (Hell, hohe Decken, gute Lage, volllwertige Küche)
    – coole andere Mieter mit denen man auch quatschen kann und hin und wieder Kaffee trinkt
    – kein „kontrahierungszwang“. Man muss auch mal eine Woche seine Ruhe haben können
    – keine Mietbindung, wenig Adminkram (Konfinutzung, Beamer….)

    Unwichtig dagegen sind:

    – Sonderleistungen wie Fitnesscenter, Kita & Co (betrifft zu wenige Mieter)
    – Klimafreundlichkeit der Sanierung/des Gebäudes
    – schicker Empfangsbereich
    – …

    Dein Konzept finde ich super. Wir würden liebend gern in ein solches Umfeld ziehen, könnten uns das aber auch in einer „normalen“ Gebäude in Barmbek oder hinterm Hauptbahnhof vorstellen. Für die ortsüblichen Mieten würde ich so etwas wahrscheinlich nicht beziehen.

  7. JanJan02-01-2013

    Wir finden das Konzept weiterhin klasse. Wenn die kritische Masse erreicht ist, lohnen sich auch Einrichtungen wie Kita, Fitness & Co. So können auch kleinere Start-ups Ihren Mitarbeitern etwas ausserhalb der Norm bieten.

    Der Preis ist nicht ganz so wichtig, sollte aber im Schnitt bei 13-15 Euro liegen. Flexibilität ist der wichtigste Punkt. Kein Start-up will sich für 5 Jahre binden. Wir haben erneut lange gesucht und sind wieder fündig geworden, aber es kostet Zeit und nerven. Bei einem Projekt wie der Internet-Insel ist eine Flächenskalierung kein Problem und daher ideal für Start-ups.

  8. TobiasTobias07-31-2013

    Ich finde das Konzept – nach wie vor – super! Go for it!

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